Wilder Fenchel, Christiansø und ein Abend, den wir nicht vergessen werden

Wilder Fenchel auf Christiansø

Salzbrief #27 · 12. Juli 2026

Die Woche · Fenchel-Tomatensoße · Wilder Fenchel · Die erste Reisewoche


Gilleleje - Kopenhagen - Skanör - Kåseberga - Christiansø - Utklippan

Grüße heute aus Utklippan! Eine Woche Sommertour liegt inzwischen hinter uns. Und ehrlich gesagt fühlt es sich schon deutlich länger an. Wir haben so viel gesehen, dass ich manchmal überlegen muss, in welchem Hafen wir eigentlich gestern noch waren.

Los ging es von Gilleleje nach Humlebæk. Ein kleiner Hafen mit einem Hafenmeister, wie man ihn heute kaum noch findet. Genau richtig für einen Regentag und einen Besuch im Louisiana Museum.

Von dort hatten wir einen traumhaften Segeltag nach Skanör. Weil Wind und Wetter so gut mitgespielt haben, haben wir unterwegs kurzerhand noch einen kleinen Abstecher nach Kopenhagen gemacht. Kurz an der Oper festgemacht, einmal durch Nyhavn spaziert und dann wieder zurück aufs Wasser. Solche Möglichkeiten ergeben sich eben nur, wenn man mit dem eigenen Zuhause unterwegs ist.

Über Kåseberga ging es weiter nach Christiansø. Dieser kleine Ort hat uns wieder geflasht. Hier waren wir vor 11 Jahren. Alles wirkt ein wenig so, als wäre die Zeit dort langsamer unterwegs. Beim Spazierengehen fiel mir dann der wilde Fenchel auf, der an vielen Stellen wächst. Natürlich musste ich gleich ein paar zarte Triebe mitnehmen.

Für die weitere Törnplanung waren wir ein wenig unentschlossen. Gern wären wir noch auf Christiansø geblieben, doch dann wären wir wohl nicht mehr nach Norden, in den Schärengarten um Karlskrona gekommen. Und so haben wir uns für eine lange, 8-Stunden Motor- und vielleicht später noch Segeltour Richtung Utklippan gemacht. Ein Felsen mit nichts, außer, dass sie dort einen rechteckiges Hafenbecken vor hunderten von Jahren mal reingesprengt und einen Leuchtturm draufgesetzt haben. Ein echter Außenposten für die Schweden.

Unterwegs habe ich dann eine Tomatensoße aufgesetzt: Tomatendose, Tomatenmark, Knoblauch, LAESØ-Salz und LISTA-Pfeffer und den ganzen zarten Fenchel, klein geschnitten in etwas Olivenöl für bestimmt so ein Stunden köcheln lassen. Noch etwas Rotwein dazu ...

Im Hafen dann nur noch Spaghetti dazu kochen, Parmesan drüber und den Abend genießen.


Rezept: So habe ich die leckerste Tomatensoße gemacht, die man sich vorstellen kann

wilder Fenchel Pasta

Ich hatte Zeit und diese Tomatensoße braucht Zeit. Über eine Stunde haben die Tomaten mit Knoblauch, Zwiebeln und Rotwein auf niedrigster Hitze mit Deckel eingekocht. Und diese Zeit lohnt sich!!

Für uns war es die fast beste Pasta-Tomatensoße, an die wir uns erinnern können. Und wie toll ist es, wilde Zutaten zu verwenden! Hier schreibe ich dir auf, wie ich das ganze Pasta-Rezept gemacht habe:

Zutaten:

  • 200 g Spaghetti

  • 1 Dose stückige Tomaten

  • 2 Tomaten

  • 2 EL Tomatenmark

  • 1 ganze Knoblauchzwiebel

  • 1 rote Zwiebel

  • 1 Bund wilder Fenchel (alternativ Fenchelgrün vom Gemüsefenchel)

  • Olivenöl

  • 1 Schuss Rotwein

  • LAESØ

  • LISTA

  • Parmesan

Zubereitung:

(1) Vom wilden Fenchel habe ich die etwas härteren Stiele ganz klein geschnitten. Das zarte Fenchelgrün ersteinmal beiseite gelegt. Die Zwiebeln habe ich ganz klein geschnitten, die Knoblauchzwiebel einfach nur halbiert. Alles zusammen habe ich in reichlich Olivenöl langsam angeschwitzt. Den Knoblauch mit der Schnittfläche nach unten natürlich.

(2) Die beiden Tomaten habe ich kurz in kochendes Wasser gelegt und dann enthäutet, entstielt und klein geschnitten. Ab damit in die Pfanne. Tomatenmark dazu, anschwitzen. Rotwein dazu. Dann die Tomatendose. Alles mit einem TL LAESØ würzen.

(3) Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa eine Stunde köcheln lassen. Hin und wieder umrühren. Der Duft ist betörend! Nach einer halben Stunde bis 2/3 des Fenchelgrüns dazu geben.

(4) Wenn die Spaghetti kochen, habe ich noch ein paar Kellen Nudelwasser in die Soße gegeben. Mit LAESØ und LISTA abschmecken. Die fertig gekochten Spaghetti habe ich dann in die Pfanne gegeben und unter die Soße gehoben.

Beim Servieren kommen dann auf jeden Teller noch extra Fenchel über die Spaghetti.

PS.: wenn du keinen wilden frischen Fenchel hast, nimmt unsere Mischung PALERMO, das funktioniert auch sensationell.


Wilder Fenchel – viel mehr als nur Gewürz

Christiansø

Das ist Christiansø, bzw. genauer genommen Frederiksø und Christiansø, die beiden Erbseninseln. Christiansø ist Dänemarks östlichster bewohnter Außenposten. Die Festung wurde 1684 gebaut, nachdem Dänemark Schonen an Schweden verloren hatte. Seit mehr als 340 Jahren leben hier Menschen auf gerade einmal 25 Hektar Felsen mitten in der Ostsee.

Hier wachsen an vielen Wegen und Mauern wilder Fenchel. Anders als der Gemüsefenchel bildet er kaum eine dicke Knolle. Verwendet werden vor allem die feinen Blätter, jungen Triebe und später auch die Samen.

Der Geschmack ist deutlich intensiver als bei gekauften Fenchelknollen. Süßlich, leicht anisartig und erstaunlich frisch.

Der Tourismusverantwortliche der Insel erzählte uns übrigens, dass auf Christiansø an vielen Stellen essbare Wildpflanzen wachsen. Nicht nur Fenchel, sondern auch verschiedene Kräuter, die früher ganz selbstverständlich in der Küche verwendet wurden. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und haben uns gleich ein paar Samentütchen mit nach Hause genommen.

Ein kleiner Hinweis gehört aber dazu: Wildkräuter sollte man nur sammeln, wenn man sie sicher bestimmen kann. Einige Pflanzen sehen sich erstaunlich ähnlich.

📸 Ein paar Eindrücke unserer ersten Woche

Bilder unsere Woche 1

Ich habe dir heute einfach einmal ein kleines Potpourri unserer ersten Urlaubswoche zusammengestellt.

Sonnige Rauschefahrt, Louisiana Museum, Christiansø und Kåseberga. Vielleicht kannst du dir so ein kleines bisschen vorstellen, wie es uns so geht und was wir erleben. Und ich habe dir Schnappschüsse von unseren typischen Essensgerichten an Bord mitgegeben. Ist eigentlich nie etwas Extravagantes und Besonderes. Aber am Ende immer saulecker!

Unterwegs habe ich uns zum Beispiel einfach einen leckeren Salat gemacht: Mit frischen Frühlingszwiebeln und gehackten Walnüssen, meinem Standarddressing ist das schnell ein kleines Reisehighlight.

Und zum Frühstück ein Porridge mit selbst gemachter Erdbeermarmelade, übrigens mit einem ordentlichen EL MARSTRAND verfeinert, ist auch echt großartig. Oder meine Salbei-Pasta. Diesesmal kombiniert mit der Lemon-Pasta.

Wenn du irgendwelche Fragen hast, dann immer her damit!

das haben wir genossen in Woche

Abendstimmung Christiansø
Christiansø, 12. Juli 2026

Dieser Salzbrief ist am 2026 per Mail rausgegangen. Seitdem kann sich manches geändert haben: Einige Mischungen von damals gibt es nicht mehr, Preise und Angebote galten nur zum Versandtag. Wo etwas heute nicht mehr stimmen würde, hab ich es angepasst. Was es aktuell gibt, findest du im Shop, die alten Mischungen im Archiv.