Warum meine Gewürze kein Siegel mehr tragen

Markus in seiner Manufaktur: Eine Entscheidung, die ich dir erklären möchte

Salzbrief #36 · 13. September 2026

Die Woche · Meine Entscheidung zur Zertifizierung · Nachfüllen und Korkdeckel · Ich habe gebacken · Neu: meine Rezeptethek


Kein Siegel mehr? Ich erklär’s dir.

Grüße aus Schuby! Heute möchte ich dir etwas erklären, das dir vielleicht schon im Shop aufgefallen ist: Meine Gewürze tragen kein Siegel mehr. Ich habe die Zertifizierung nicht verlängert und den Shop am vergangenen Wochenende entsprechend umgestellt.

Darauf gab es auch schon die erste Rückmeldung. Verständlich. Wenn etwas verschwindet, das vorher selbstverständlich auf der Verpackung stand, möchte man wissen, was dahintersteckt. Meine Händler habe ich inzwischen informiert. Heute bist du dran.

Außerdem schreiben mir immer wieder Kunden, dass ihnen die neuen Dosen gefallen, sie aber gerne Nachfülltüten hätten. Vor allem die Korkdeckel mögen viele nicht wegwerfen. Das kann ich gut nachvollziehen. Warum es trotzdem gerade keine regulären Refills im Shop gibt, möchte ich dir ebenfalls heute erklären.

Ich habe mal wieder in meinen geliebten Kochbüchern gestöbert und dabei eines wiederentdeckt: „Deliciously Ella mit Freunden“ von Ella Woodward. Wenn du voll auf vegan stehst, das ist dein Buch. Großartig! Mir sprang sofort ein toller Kuchen in mein Geschmackshirn. Der musste es unbedingt sein, obwohl ich ja kein so großer Bäcker bin. Was daraus geworden ist, das liest du weiter unten.

Ach ja, und zu guter Letzt: Ich habe jetzt eine Rezeptethek! Du kannst jetzt super einfach nach meinen Rezepten suchen. Schau sie dir an, ganz unten.

Es gibt heute also einiges zu erzählen.


Warum das Siegel weg ist

Was sich ändert und was bleibt

Ganz einfach: Ich habe den Kontrollvertrag für die Zertifizierung nicht verlängert. Deshalb verkaufe ich meine Mischungen jetzt ohne diese Kennzeichnung. Und das hat einen ganz pragmatischen Grund:

Zu einer Zertifizierung gehören regelmäßige Kontrollen und Nachweise. Das hat seinen Sinn: Wer auf ein Siegel achtet, soll sich auf überprüfbare Regeln verlassen können.

Für meine kleine Manufaktur stehen die Kosten und der zusätzliche Aufwand inzwischen aber nicht mehr im Verhältnis zum Umfang meiner Verkäufe. Wareneingänge dokumentieren, Mengen nachhalten, Unterlagen zusammenstellen und das Audit vorbereiten: Das alles braucht Zeit.

Ich möchte STRANDKÜCHE gerade einfacher organisieren. Sechs Mischungen, eine einheitliche Verpackung und Abläufe, die ich gut bewältigen kann. Ich mache das aus Freude am Kochen und an den Gewürzen. Diese Freude möchte ich behalten. Und wirtschaftlich muss es sich natürlich auch tragen.

Mein Motto ist schließlich: Ich will vereinfachen, nicht komplizierter machen. Das gilt auch für mich und meine Herstellung.

Die Rezepturen habe ich nicht geändert. Ich kaufe weiterhin bei denselben von mir ausgewählten Lieferanten ein. Gemischt und abgefüllt wird weiterhin von Hand in Schuby.

Nach wie vor verwende ich beispielsweise Tellicherry-Pfeffer aus Kerala, Sel de Guérande aus der Bretagne und Bourbon-Vanille aus Madagaskar. Künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Rieselhilfen kommen weiterhin nicht in meine Mischungen. Ich verwende also die gleichen Zutaten von denselben von mir ausgewählten zuverlässigen und vertrauensvollen Lieferanten.

Was entfällt, ist die unabhängige Zertifizierungskontrolle meines Betriebs. Das möchte ich ausdrücklich sagen. Wenn dir gerade diese Zertifizierung beim Einkauf wichtig ist, verstehe ich das.

Wenn du Fragen zu meiner Entscheidung oder zu den Mischungen hast, schreib mir gerne. Ich antworte dir selbst.

Und warum gibt es keine Nachfülltüten?

Die Frage kommt immer wieder. Besonders von denen, die ihre Dosen schon lange haben und sie gerne weiterverwenden möchten.

Den Wunsch verstehe ich. Bei mir hängt daran allerdings mehr als eine zusätzliche Tüte im Regal. Ich muss verschiedene Verpackungen bevorraten, befüllen, kennzeichnen und bei den Bestellungen auseinanderhalten. Für die Tüten fehlt mir bisher eine einfache Abfülllösung. Und wie schon oben erwähnt: Ich will es einfach halten.

Im Moment konzentriere ich mich deshalb auf meine sechs Mischungen in derselben Verpackungsart. Damit möchte ich erst einmal einen Ablauf hinbekommen, der sich im Alltag bewährt und sich für mich rechnet.

Natürlich möchte ich wieder Nachfüllungen anbieten. Doch einen Termin kann ich dir dafür noch nicht nennen.


Zu schade zum Wegwerfen: die Korkdeckel

Korkdeckel weiterverwenden

Dass euch das Wegwerfen der Deckel schwerfällt, kann ich gut verstehen. Drei kleine Ideen zum Weiterverwenden:

  • Ein Nadelkissen: Einen Deckel auf den Nähtisch legen und Stecknadeln hineinstecken.
  • Ein Rezeptkarten- oder Fotohalter: Oben vorsichtig einen schmalen Schlitz einschneiden und eine Postkarte oder ein kleines Foto hineinstecken. Ich habe einfach mit einem Fuchsschwanz zwei-, dreimal fast senkrecht einen Schlitz reingesägt. Funktioniert super!
  • Eine kleine Pinnwand: Mehrere Deckel auf ein Restbrett kleben. Darauf passen Einkaufszettel, Notizen oder das nächste Rezept.

Auch die leere Dose kann weiterhelfen: für Knöpfe, Klammern oder anderen Kleinkram, der sonst irgendwo herumliegt. Dose auswischen und fertig.

Hast du schon etwas aus den Deckeln gemacht? Dann schick mir gerne ein Foto. Mich interessiert wirklich, was bei euch daraus wird.


Aus meiner Küche

Orangen-Polenta-Kuchen mit Kaffee auf dem Gartentisch

Orangen-Polenta-Kuchen

Kochen mache ich gerne frei nach Gefühl. Beim Backen merke ich dann gelegentlich, dass ein Rezept durchaus einen Grund für seine Mengenangaben hat. Ich backe ja eigentlich eher selten.

Diese Woche gab es also einen Orangen-Polenta-Kuchen aus dem Buch „Deliciously Ella mit Freunden“ von Ella Woodward. Mit Mandeln, Orange und bei mir natürlich mit etwas MARSTRAND. Hier geht's zum Originalrezept von Ella Woodward → Orange Polenta Cake

Ich fand ihn super lecker. Ein bisschen weicher und saftiger hätte er noch sein können. Vielleicht habe ich beim Zucker etwas zu sehr gespart. Ich hatte Agavendicksaft genommen statt Ahornsirup und 180 ml erschienen mir ziemlich reichlich. Nimmt man beim Backen echt so viel Zucker? Ob es daran lag, weiß ich nicht – beim nächsten Versuch halte ich mich erst einmal genauer ans Rezept. Obwohl ... mmh, ich mag's ja ein bisschen süß in meiner Küche, aber eben nur ganz leicht. Und mittlerweile habe ich den ganzen Kuchen weggemüffelt. Gerade abends zu einem kleinen Glas Rotwein war das wunderbar.

Es hat mir auf jeden Fall wieder sehr viel Spaß gemacht! Ich glaube, ich werde jetzt regelmäßiger backen.

MARSTRAND mit Zimt, Vanille und Kardamom war bei meinem Versuch mit dabei. Falls du lieber beim Frühstück anfängst: Der Gewürzzucker passt auch zu Porridge, Joghurt mit Obst oder Milchreis.


Die Rezeptethek ist da!

Die Rezeptethek

So wollte ich es immer haben. Endlich ist sie fertig: meine Rezeptethek! So habe ich sie genannt, keine Ahnung, ob es diesen Begriff sinnvollerweise gibt.

Jetzt kannst du ganz einfach nach dem passenden Rezept suchen. Du klickst, worauf du Lust hast, und sie zeigt dir, was passt. Du kannst nach Grundlage suchen – etwa Pasta, Reis, Kartoffeln oder Linsen und Bohnen. Oder nach Art des Gerichts, Hauptzutat, Gewürzmischung und danach, wie viel Zeit du heute hast. Denn ich habe jetzt in jedes Rezept reingeschrieben, wie lange es in etwa dauert, es zuzubereiten. Du findest sogar eine Schätzung, wie teuer dein Gericht wird.

Du kannst richtig viel rumprobieren dabei. Teste es gerne aus.

Und eines wird wieder einmal deutlich: Ich liebe Pasta! Tatsächlich sind 45 von 83 Rezepten Pasta-Rezepte – mit Spaghetti, Penne, Tagliatelle oder Fettuccine. Und sie sind alle fantastisch.

Und wenn du gleich zum Wesentlichen willst → hier sind alle Pasta-Rezepte auf einen Blick.

Zur Rezeptethek →


Kåseberga, 16. Juli 2026
Kåseberga, 16. Juli 2026

Dieser Salzbrief ist am 2026 per Mail rausgegangen. Seitdem kann sich manches geändert haben: Einige Mischungen von damals gibt es nicht mehr, Preise und Angebote galten nur zum Versandtag. Wo etwas heute nicht mehr stimmen würde, hab ich es angepasst. Was es aktuell gibt, findest du im Shop, die alten Mischungen im Archiv.