Wieder zu Hause – nach 480 Seemeilen und 17 Stopps

Abendessen an Bord

Salzbrief #29 · 26. Juli 2026

Die Woche · Pasta all'Amatriciana · Paella – unser Bordklassiker · Unsere Highlights der Reise


Die Woche

Grüße heute wieder aus Schuby! Gestern Mittag sind wir wieder in unserem Heimathafen angekommen.

Drei Wochen waren wir unterwegs. Wegen der anhaltenden Nordwestwindlage hatten wir uns von Gilleleje aus für eine Reise Richtung Osten entschieden – über Christiansø bis zum südöstlichsten Außenposten Schwedens. Letztlich waren es 17 Stopps und rund 480 Seemeilen. Wir sind viel gesegelt, hatten meist tollen Wind. Zum Schluss jedoch anhaltende Westwinde, kräftig und manchmal nervig. Zwischen Lohals und Rudköbing hatten wir unerwartet 30 Knoten Wind. Das ist viel: gute sieben Windstärken – und dann auch noch von vorne. Das braucht niemand im Urlaub. Trotzdem würden wir sofort wieder lossegeln.

Was uns auf unserer Reisen wieder begeistert hat, ist die Einfachheit. Mit so wenig auszukommen und nichts vermissen zu müssen.

Unser Zuhause misst gerade einmal zehn Meter. Alles, was wir dabeihaben, hat seinen Platz und seinen Zweck. Ein paar Bücher, gute Lebensmittel, sechs Gewürze, etwas Zeit und schöne Anker- oder Hafenplätze. Ich liebe es, mein Universum auf so kleinem Raum beisammen zu haben. Die größten Momente sind die, wenn um die herum nur noch Meer ist und dein Boot vom Wind angetrieben dahin gleitet.

Natürlich haben wir auch in dieser Woche wieder gekocht:

In Klintholm eine Pasta all'Amatriciana. In Lohals gab es eine Paella direkt an der Mole und in Arnis eine Bohnen-, Brokkoli- und Süßkartoffelpfanne mit ordentlich Knoblauch.

Dabei kamen noch einmal drei Gewürzmischungen aus unserer Mittelmeerreihe zum Einsatz, die ich glücklicherweise an Bord hatte, im Moment aber nicht anbieten kann: TARIFA für die Paella, CLÉRIGO und PALERMO für die Gemüsepfanne und PALERMO noch einmal für die Amatriciana. Ich hoffe sehr, dass ich diese drei Mischungen zu Weihnachten wieder neu auflegen kann.


Rezept: Pasta all'Amatriciana – meine Bordversion

Pasta all'Amatriciana

Wir waren mit Freunden und zeitweise drei Schiffen unterwegs. In Klintholm fand sich in einer der Vorratskammern noch ein Block Pancetta. Ich hatte ein Glas Sardellen sowie Kapern dabei. Also: Was machen wir daraus? Natürlich eine Amatriciana-Soße. Ein richtig klassisches Pasta-Gericht aus der Bergstadt Amatrice. Natürlich habe ich das Originalrezept ein wenig an unsere Bordküche und Geschmack angepasst: etwas mehr Knoblauch, ein paar Kapern und statt Chiliflocken eine gute Prise CLÉRIGO. Ich zeige dir hier kurz, wie ich es gemacht habe:

Zutaten für 4 Personen:

  • 500 g Pasta (z. B. Rigatoni oder Penne)

  • 3 rote Zwiebeln

  • 4–5 Knoblauchzehen

  • 250 g Speckwürfel oder Pancetta

  • 4 Sardellenfilets

  • 2 EL Kapern

  • 1 Schuss trockener Weißwein

  • 3 Packungen passierte oder stückige Tomaten (à ca. 400 g)

  • 3 EL Tomatenmark

  • Olivenöl

  • 1 TL Rohrohrzucker

  • LAESØ Meersalz

  • PALERMO Tomatengewürz

  • CLÉRIGO (statt Chiliflocken)

  • frisch geriebener Parmesan

Und so geht's:

Die Zwiebeln würfeln und den Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Beides in reichlich Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Die Sardellenfilets dazugeben und mit dem Kochlöffel zerdrücken, bis sie sich vollständig aufgelöst haben.

Anschließend die Speckwürfel kräftig anbraten. Tomatenmark dazugeben. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und kurz einkochen lassen.

Die Tomaten und die Kapern hinzufügen. Mit einer guten Prise LAESØ, etwas PALERMO, einem Teelöffel Rohrohrzucker und einer Prise CLÉRIGO, unserem Piri-Piri-Gewürz, würzen.

Die Soße mindestens 30 Minuten, gerne auch länger, ganz entspannt köcheln lassen.

Währenddessen die Pasta al dente kochen, unter die Soße heben und mit reichlich frisch geriebenem Parmesan servieren.

Meine Bordküchen-Tipps:

  • Die Sardellen schmecken später nicht deutlich fischig heraus. Sie geben der Soße vor allem Tiefe und Umami.

  • PALERMO bringt zusätzliche Fenchel, Anis- und Tomatenaromen in die Soße.

  • Mit CLÉRIGO bekommt die Soße eine warme, gut steuerbare Schärfe.

  • Wer Panceta oder Guanciale bekommt, kann ihn natürlich statt Speck verwenden – an Bord greife ich meistens zu guten Speckwürfeln.


Rezept: Paella – unser Bordklassiker

Paella an der Mole in Lohals

Kaum ein Gericht passt für uns besser zu Sommer und Urlaub. Spanien im Norden!

Alles kommt in eine Pfanne, der Abwasch hält sich in Grenzen und während der Reis langsam gart, bleibt genug Zeit, einfach aufs Wasser zu schauen und zu schnacken. In Lohals lagen wir quer an der Pier und hatten eine dänische Bierbank direkt neben unseren Schiffen. Elektropfanne drauf und jeder von uns Vieren hatte etwas zu schnippeln. Blick über die Mole in den Sonnenuntergang. Alleine die Zubereitung war ein großes Vergnügen.

Natürlich kam hier unsere Paella-Gewürzmischung TARIFA mit Kurkuma und Safran zum Einsatz. Der Paella-Abend ist auf unseren Reisen immer ein Highlight.

Dieses Rezept begleitet uns inzwischen schon seit vielen Jahren. Daher findest du es auch in unserer Rezeptethek.

Zum Rezept →


Unsere Highlights der Reise

Bilder unserer dritten Reisewoche

🏛 Louisiana Museum, Humlebæk
Ein Regentag hätte kaum schöner sein können. Moderne Kunst, fantastische Architektur und dieser Blick über den Øresund – ein perfekter Auftakt unserer Reise. Großartig in diesem Jahr die Ausstellung der Fotografin Sophie Calle. Wenn du auf der Ecke bist: Lohnt sich!

🌊 Kåseberga
Der kleine Fischerhafen ist jedes Mal wieder ein Ankommen. Nur wenige Schiffe im Hafen, 2 tolle Fischrestaurants, eine großartige Aussicht. Arschbombe von der Pier. Abends ein Spaziergang zu den Klippen und zum Stein-Denkmal "Ales stenar" mit einer unvergesslichen Sonnenuntergangs-Stimmung ist Pflicht.

🏰 Christiansø
Vielleicht der außergewöhnlichste Ort unserer Reise. Eine kleine Festungsinsel mitten in der Ostsee, wilde Kräuter an den Wegen und eine Ruhe, die man kaum beschreiben kann. Und diese alten Häuser und engen, verworrenen Wege. Großartig!

💡 Utklippan
Der südöstlichste Außenposten Schwedens. Felsen, Leuchtturm und ringsherum nichts als Meer. Schroff und beschützend. Kein Lärm, keine Autos, keine Fähren. Hierher kommt jeder wirklich nur mit dem Boot.

🌿 Tjärö
Eigentlich wollten wir einsam am Stein festmachen. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben. Daraus wurden zwei. Dieser Ort hat uns fasziniert. Wir haben tolle Wanderungen unternommen und den wohl schönsten Essplatz der ganzen Reise gefunden.

☕ Die Cafés in Karlskrona und Krokås
Manchmal bleibt nicht das große Museum oder der Hafen in Erinnerung, sondern ein Stück Johannisbeerkuchen, eine Zimtschnecke und ein richtig guter Kaffee unterm Kirschbaum im Café. Die Cafés Systrarna Lindqvist in Karlskrona und Brygghuset CAFÉ & ART in Krokås können wir nur sowas von empfehlen.

⛵ Spisegeln
Für mich immer wieder das Schönste am Segeln. Das Schiff läuft ruhig vor dem Wind, der Autopilot steuert – und in der Kombüse köchelt schon das Abendessen. Wir hatten das Glück, sowohl auf dem Weg Richtung Osten als auch zurück nach Skanör so schön segeln zu können.

☀️ Marstal
Schon fast zu Hause und doch voller Ferienlaune. Auf der Insel Ærø liegt unser geliebtes Marstal. Hier hatten wir einen echten Strandtag und eine letzte gemeinsame Pasta.

❤️ Freunde
Das Schönste an einer Reise sind am Ende oft die Begegnungen. Wir lieben es, mit Freunden zu reisen. Gemeinsam den Tag zu planen und sich abends wieder zu treffen. Nun sind wir in der dankbaren Lage, mit Freunden reisen zu dürfen, mit denen das wunderbar unkompliziert und rücksichtsvoll funktioniert. Dafür bin ich wirklich dankbar.


Sonnenuntergang über Kåseberga
Kåseberga

Dieser Salzbrief ist am 2026 per Mail rausgegangen. Seitdem kann sich manches geändert haben: Einige Mischungen von damals gibt es nicht mehr, Preise und Angebote galten nur zum Versandtag. Wo etwas heute nicht mehr stimmen würde, hab ich es angepasst. Was es aktuell gibt, findest du im Shop, die alten Mischungen im Archiv.