Salzbrief #18 · 3. Mai 2026
Die Woche · Warum grüner Spargel anders schmeckt · Penne mit grünem Spargel
Willkommen im Mai
Grüße aus Schuby! Fast wäre der Salzbrief diese Woche ausgefallen.
Nicht aus Drama. Eher aus: Ich habe schlicht nichts Neues gekocht. Zumindest nichts, was man mit Würde in einen Newsletter setzen möchte.
Ich bin gerade ziemlich konsequent dabei, Gewicht loszuwerden. Und konsequent heißt bei mir im Moment: Gemüsesuppe. Hühnersuppe. Rührei mit Gemüse. Porridge. Möglichst wenig Kohlenhydrate. Also alles sehr vernünftig, alles sehr brav, alles auch erstaunlich wohltuend — aber kulinarisch nun ja, sagen wir mal: nicht unbedingt der ganz große Bühnenmoment.
Und dann fiel mir ein: Wir starten heute über das lange Wochenende zur ersten Segeltour. Und an Bord steht definitiv unsere grüne Spargel-Pasta auf dem Plan.
Da war er wieder, der kleine Ausweg.
Denn diese Penne mit grünem Spargel ist schon im Rezeptarchiv, sie ist einfach, sie ist frühlingstauglich, sie ist pfannentauglich und sie hat genau diesen Geschmack, den ich unterwegs liebe: Spargel, Schalotte, Knoblauch, ein bisschen Speck, Parmesan, Butter, LAESØ und LISTA. Nicht asketisch. Aber ehrlich. Und manchmal ist das ja auch schon eine ziemlich gute Nachricht.
Im Wissensteil geht es heute um grünen Spargel. Warum er anders schmeckt als weißer, warum man ihn meist nicht komplett schälen muss und weshalb er für schnelle Pfannengerichte so dankbar ist.
Warum grüner Spargel anders schmeckt als weißer

Grüner Spargel ist nicht einfach weißer Spargel in anderer Farbe.
Der wichtigste Unterschied: Grüner Spargel wächst über der Erde. Dort bekommt er Licht ab und bildet Chlorophyll, also den grünen Pflanzenfarbstoff. Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt außerdem, dass grüner Spargel gegenüber weißem Spargel bei den Inhaltsstoffen leicht punktet, unter anderem mit etwas mehr Vitamin C und Folsäure.
Das erklärt auch, warum grüner Spargel oft etwas kräftiger, gemüsiger und direkter schmeckt. Weißer Spargel wächst unter der Erde, bleibt heller und hat diesen feineren, klassischen Spargelgeschmack. Grüner Spargel darf in der Pfanne ruhig ein bisschen Röstaroma bekommen. Er verzeiht mehr. Das macht ihn für Pasta so angenehm.
Praktisch ist auch: Grünen Spargel musst du meistens nicht komplett schälen. Die unteren Enden können holzig sein, deshalb lohnt es sich, dort ein Stück abzuschneiden und bei dickeren Stangen die unteren Zentimeter zu schälen. Genau so mache ich es auch im Rezept.
Und noch ein kleiner Saisonhinweis: Deutscher Spargel hat laut BZfE seine Hauptsaison von April bis zum 24. Juni. Danach ist traditionell Schluss, damit die Pflanzen Kraft für das nächste Jahr sammeln können.
Also, wenn man schon Pasta isst, obwohl man gerade eigentlich vernünftig sein wollte: Anfang Mai ist grüner Spargel zumindest eine sehr gute Ausrede.
Penne mit grünem Spargel

Heute gibt es kein neues Rezept aus der Küche, sondern eines aus dem Strandküchen-Archiv, das ich selbst gerade wieder sehr passend finde.
Penne mit grünem Spargel.
Das ist keine große Sonntagsoper, sondern eine dieser Pfannen, die man auch an Bord noch hinbekommt, wenn der Hunger schon da ist und niemand Lust auf komplizierte Küchenakrobatik hat. Grüner Spargel, Schalotten, Knoblauch, ein bisschen Speck, Parmesan, Butter, LAESØ und LISTA.
Also salzig, pfeffrig, cremig, mit diesem leichten Biss vom Spargel.
Besonders schön finde ich an dem Rezept den kleinen Spargelsud: Die Enden und Schalen werden kurz ausgekocht und kommen später wieder mit in die Pfanne. Nichts Großes. Aber genau solche Kleinigkeiten machen aus „Pasta mit Gemüse“ eben ein Gericht, das nach mehr schmeckt.
Ich nehme diese Pasta jedenfalls mit ins lange Segelwochenende.
Das Rezept findest du hier:
