Salzbrief #31 · 9. August 2026
Die Woche · Die neue Dose · Und was ist mit den Holzboxen? · Vegetarische Carbonara mit getrockneten Tomaten · Warum die Pfanne jetzt nicht mehr heiß sein darf
Die bunten Dosen gehen von Bord
Grüße aus Schuby! Manchmal muss man eine Pflanze im Frühjahr ziemlich kräftig zurückschneiden. Erst sieht sie kleiner aus als vorher, ein bisschen kahl vielleicht. Aber dann steckt sie ihre Kraft nicht mehr in lauter alte Zweige, sondern treibt neu aus.
Ungefähr das mache ich gerade mit der Strandküche. Und zwar ziemlich radikal!
Ich habe meine große Manufakturhalle gekündigt und bin mit der Produktion wieder dorthin gezogen, wo alles einmal angefangen hat: nach Hause nach Schuby. Ich möchte aus der Strandküche kein großes Unternehmen mehr bauen. Sie soll wieder ein Projekt sein, das ich aus Freude mache – ohne diesen ständigen Drang, noch mehr Produkte, Varianten und Dinge drumherum anzubieten.
Die sechs Gewürzmischungen bleiben natürlich. An deren Qualität, den Rezepturen, den Zutaten und meiner Sorgfalt ändert sich überhaupt nichts. Aber alles, was sich über die Jahre zusätzlich angesammelt hat, wird weniger.
Und nun ist auch der neue Shop online: strandkueche.de.
Mit ihm kommt die sichtbarste Veränderung. Nach fünfzehn Jahren verabschiede ich mich von den bunten Aludosen. ANHOLT war blau, LAESØ grün, KLITMØLLER orange – irgendwann musste man die Namen gar nicht mehr lesen.
Jetzt kommen alle sechs Mischungen in einer naturbraunen Rundpappdose mit einem festsitzenden Korkdeckel. Darauf sitzt ein weißes Etikett mit schwarzer Schrift. Ruhiger, schlichter und, wie ich finde, wirklich ziemlich schick.
Warum ich diesen Schritt gehe, was die neue Dose besser kann und was künftig wegfällt, erzähle ich dir heute. Und weil ein Salzbrief ohne Essen nur ein Produktkatalog wäre, gibt es weiter unten eine sehr cremige Pasta mit getrockneten Tomaten.

Strandküche zurück auf Anfang
Ich will mich künftig wieder auf das konzentrieren, wofür die Strandküche einmal entstanden ist: sechs sehr gute Gewürzmischungen, mit denen man nahezu alles kochen kann.
Eine Kräutermischung, ein Gewürzsalz, ein Pfeffer, eine BBQ-Mischung, eine Masala und ein Gewürzzucker. Mehr braucht es nicht.
Künftig gibt es jede Mischung nur noch in einer Dosengröße. Keine kleine und große Dose mehr, keine zusätzlichen Verpackungsvarianten und kein Sortiment rund um das eigentliche Sortiment.
Für mich bedeutet das weniger Lager, weniger Material, weniger Rechnerei und deutlich weniger Dinge, um die ich mich kümmern muss. Dafür wieder mehr Zeit für die Mischungen selbst, für neue Rezepte und hoffentlich auch für diesen Salzbrief.
Die Strandküche wird also kleiner. Aber sie wird dadurch auch wieder klarer.
Die neue Dose
Der wichtigste Grund für den Wechsel ist tatsächlich das Geld. Die neue Pappdose selbst ist übrigens nicht billiger als die alte Aludose. Ich muss davon aber nicht mehr riesige Mengen für mehrere Jahre im Voraus kaufen und bezahlen.
Ich kann die neuen Dosen in kleinen Mengen nachbestellen und die Etiketten selbst drucken. Dadurch steckt nicht mehr so viel Geld in Verpackungen, die erst einmal monatelang oder jahrelang im Lager stehen.
Die neue Dose bringt aber noch weitere Vorteile:
In ihr steckt mehr Gewürz als bisher. Gleichzeitig habe ich die Preise, auf 100 Gramm gerechnet, gesenkt. Du bekommst also mehr Inhalt zu einem günstigeren Grundpreis – ohne dass wir hier nun eine halbe Rechenstunde veranstalten müssen.
Und ich mag die Dose wirklich. Die naturbraune Pappe, der feste Korkdeckel und das schlichte Etikett sehen zusammen einfach gut aus. Sie fühlt sich angenehm an, steht stabil und alle sechs Mischungen bilden nun optisch eine Familie.
Die Dose kommt ohne Kunststoff und ohne Innenbeschichtung aus. Ob sie über ihren gesamten Lebensweg tatsächlich umweltfreundlicher ist als die gut recycelbare Aludose, kann ich nicht seriös berechnen. Mein Bauch sagt mir ja. Ein grünes Werbeversprechen möchte ich daraus trotzdem nicht machen.
Was ich sicher sagen kann: Ich bestelle nur noch so viele Verpackungen, wie ich absehbar benötige. Es gibt nur noch ein Dosenformat und keine Berge verschiedener Verpackungen mehr im Lager. Das fühlt sich für meine kleine Strandküche vernünftig an.
Ganz ohne Nachteile geht es nicht. Der Korkdeckel sitzt ziemlich stramm und die Pappdose ist nicht wasserdicht. Auf einem Boot, im Rucksack oder draußen im Regen bleibt die alte Aludose deshalb weiterhin die bessere Verpackung.
Also bitte: Behalte deine alten Dosen!
Wenn ein Etikett nach all den Jahren nicht mehr schön aussieht, schreib mir einfach, welche Mischung du hast. Dann schicke ich dir ein neues Etikett.
Und was ist mit den Holzboxen?
Die neuen Rundpappdosen passen nicht in die bisherigen Holzboxen. Hinzu kommt, dass die Sets zusätzliche Größen, Verpackungen, Lagerplätze und eigene Kalkulationen verursacht haben.
All das möchte ich gerade reduzieren.
Deshalb gibt es künftig keine Holzbox-Sets und auch keine Nachfülltuten mehr. Ich weiß, dass einige von euch die Boxen sehr mögen. Ich mochte sie ebenfalls. Aber wenn ich Strandküche ernsthaft zurück auf Anfang bringen will, muss ich an dieser Stelle konsequent sein.
Sechs Mischungen. Eine Dosengröße. Kein Schnickschnack drumherum.
Mehr soll es erst einmal nicht sein.
Rezept

Vegetarische Carbonara mit getrockneten Tomaten
Diese Pasta hatte ich neulich schon einmal gemacht und sie war wirklich sensationell. Die getrockneten Tomaten sind würzig, leicht süßlich und ein bisschen säuerlich. Dazu Knoblauch, Parmesan und eine ordentliche Portion LISTA.
Mit einer klassischen römischen Carbonara hat das natürlich nicht mehr besonders viel zu tun. Es schmeckt aber großartig und steht in ungefähr 20 Minuten auf dem Tisch.
Zutaten für zwei Teller
200 g Spaghetti oder Tagliatelle
2 Eier
1 gute Handvoll frisch geriebener Parmesan
etwas zusätzlicher Parmesan zum Servieren
ein kleiner Schuss Sahne
2 Knoblauchzehen
3 bis 4 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten
etwas Olivenöl
1 kleine Prise LAESØ
reichlich LISTA
wenig Salz für das Nudelwasser
Zubereitung
Die Spaghetti oder Tagliatelle in leicht gesalzenem Wasser kochen. Nimm lieber etwas weniger Salz als gewohnt, denn die getrockneten Tomaten, der Parmesan und LAESØ bringen später noch einiges mit.
Während die Pasta kocht, die Eier mit einer guten Handvoll geriebenem Parmesan, einem kleinen Schuss Sahne und einer kleinen Prise LAESØ gründlich verquirlen.
Die Knoblauchzehen in hauchdünne Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin bei niedriger Temperatur sanft andünsten. Er soll weich werden und duften, aber auf keinen Fall braun werden.
Die getrockneten Tomaten in kleine Stücke reißen oder schneiden und zum Knoblauch geben. Kurz gemeinsam erwärmen.
Einen Esslöffel Nudelwasser in die Pfanne geben. Die fertigen Nudeln abgießen und sofort tropfnass in die Pfanne geben. Alles gut vermischen. Eine kleine Tasse Nudelwasser zur Sicherheit abnehmen und beiseitestellen.
Jetzt die Herdplatte auf die kleinste Stufe stellen oder besser ganz ausschalten. Die Ei-Parmesan-Mischung über die heißen Nudeln geben und sofort kräftig unterrühren.
Die Restwärme der Pasta lässt die Sauce etwas andicken. Sie soll cremig werden, das Ei darf aber nicht stocken. Wird die Sauce zu fest, einfach noch einen kleinen Schluck Nudelwasser unterrühren.
Mit reichlich LISTA würzen und mit weiterem frisch geriebenem Parmesan servieren.
Guten Appetit!
Warum die Pfanne jetzt nicht mehr heiß sein darf
Die heißen Nudeln bringen bereits genug Wärme mit, um Ei und Parmesan zu einer cremigen Sauce zu verbinden.
Steht die Pfanne weiterhin auf starker Hitze, gerinnt das Ei zu schnell. Statt einer Sauce bekommt man dann kleine Stückchen Rührei zwischen den Nudeln. Essbar, aber nicht das, was wir hier wollen.
Das Nudelwasser hilft zusätzlich. Die darin enthaltene Stärke verbindet Wasser, Käse, Ei und Fett. Deshalb sollte man immer etwas davon zurückbehalten. Ist die Sauce zu dick, lässt sie sich damit wieder cremig rühren.
Der sicherste Ablauf lautet also:
Heiße Pasta in die Pfanne, Herd aus, Eimischung dazu und sofort rühren.
Dann LISTA darüber, noch etwas Parmesan – und ab auf den Teller.
