Salzbrief #22 · 31. Mai 2026
Die Woche · Strandpasta mit Danish Wasabi · Rührei mit Salbei · warum Meerrettich scharf wird
... unser spontanes Strandgut-Abendessen Teil 2
Grüße aus Schuby! Wir haben nach dem langen Pfingstwochenende spontan noch den Dienstag drangehängt.
So war die Restwoche natürlich wieder viel zu kurz. Aber ich habe erfolgreich geübt, an Bord ein bisschen digitaler Nomade zu spielen und zwischendurch wieder zu merken, wie unfassbar schön es ist, nur vom Wind bewegt zu werden.
Um einen herum: Wasser. Wind. Himmel. Keine große Weltbühne. Keine großen Bedürfnisse. Nur das Boot, etwas Proviant, eine kleine Pfanne und die Frage: Was kochen wir heute eigentlich?
Auf Birkholm habe ich ja wilden Spinat und wilden Meerrettich gefunden. Mir wurde er als „Danish Wasabi“ vorgestellt. Das wächst einfach so in der Natur, verrückt und passt ziemlich gut, frisch gerieben über Gegrilltem oder eben auch über heiße Spaghetti. Dazu noch Knoblauch, Olivenöl, Parmesan, LAESØ und LISTA. Das war so cool, mit den Zutaten direkt aus der Natur zu kochen.
Und weil mir abends im Moment etwas Leichtes reicht, gab es noch ein zweites kleines Essen: Rührei mit frischem Salbei aus dem Garten, den letzten Bärlauchresten, Tomaten, Oliven und geröstetem Sauerteigbrot.
Im Wissensteil geht es heute um Meerrettich. Warum er beim Reiben scharf wird, weshalb diese Schärfe eher in die Nase steigt als auf der Zunge brennt, und warum man ihn besser am Ende über das Essen reibt, wenn er wirklich wachmachen soll.
Strandpasta mit wildem Spinat und Meerrettich

Wie lässig! Ich kann gar nicht sagen, was ich an dieser Pasta toller fand, den besonderen Geschmack oder die Tatsache, dass ich mal eben ein paar Meter am Strand entlang meine Zutaten gepflügt habe: Wilden Spinat und wilden Meerrettich. Dazu Spaghetti, Knoblauch, Olivenöl und Parmesan. Das war ein echter Koch-Spaß.
Du kannst es natürlich auch mit frischem Babyspinat und einer Meerrettich-Wurzel vom Markt oder aus dem Supermarkt machen. Wildpflanzen bitte nur sammeln und essen, wenn du sie wirklich sicher erkennst. So habe ich es gemacht:
Zutaten für 2 Personen
- 200 g Spaghetti
- 1–2 Knoblauchzehen
- Olivenöl
- wilder Spinat, gewaschen und klein gezupft
- Blätter vom wilden Meerrettich
- etwas frische Meerrettichwurzel
- ein paar zarte Meerrettichblüten, falls vorhanden
- Parmesan
- LAESØ
- LISTA
- etwas Nudelwasser
Zubereitung
-
Spaghetti kochen
Die Spaghetti in gut gesalzenem Wasser kochen. Kurz vor dem Abgießen etwas Nudelwasser aufheben. -
Knoblauch anschwitzen
Knoblauch schneiden und auf kleiner Flamme in Olivenöl anschwitzen. Nicht bräunen lassen. Der soll weich und duftig werden, nicht bitter. -
Wildes Grün dazugeben
Kurz vor Ende der Spaghetti-Kochzeit den gewaschenen, klein gezupften wilden Spinat und die Blätter vom Meerrettich in die Pfanne geben. -
Cremig rühren
Wenn das Grün weich ist, eine Kelle Nudelwasser und etwas Parmesan in die Pfanne geben. Kurz rühren, bis eine einfache, cremige Soße entsteht. -
Spaghetti in die Pfanne
Die Spaghetti tropfnass dazugeben und alles durchziehen lassen. Falls es zu trocken wird: noch etwas Nudelwasser dazu. -
Finale mit Meerrettich
Frische Meerrettichwurzel direkt über die Pasta reiben. Die kleinen Blütenblätter darübergeben. Mit Parmesan, LAESØ und LISTA abschmecken.
Dann essen. Am besten direkt aus der Pfanne oder aus tiefen Tellern. Hauptsache heiß.
Rührei mit Salbei, Bärlauch, Tomaten und Sauerteigbrot

Das war ein leichtes Abendessen. Fünf Eier, etwas Sahne, frischer Salbei, Bärlauchreste aus dem Garten, ein paar Tomaten, Oliven und geröstetes Sauerteigbrot.
Salbei in etwas Butter und Olivenöl anrösten. Halbierte Tomaten mit LAESØ salzen und mit der Schnittseite nach unten in die Pfanne legen und 30 bis 45 Sekunden warten. Dann die Tomaten an den Rand schieben und das leicht mit LAESØ gesalzene Ei in die Pfanne geben.
Nicht wild rühren. Erst warten, bis es erkennbar stockt. Dann wenden, mit LISTA pfeffern und den gezupften Bärlauch darübergeben.
Am besten ist es, wenn das Ei außen leicht angebraten ist und innen noch cremig bleibt. Dazu das geröstete Sauerteigbrot. Fertig.
Das ist kein großes Rezept. Eher eine gute Erinnerung daran, dass Abendessen manchmal wirklich einfach sein darf.
Warum Meerrettich erst beim Reiben scharf wird

Meerrettich ist ein bisschen hinterhältig.
Wenn die Wurzel einfach nur vor dir liegt, riecht sie eher erdig, frisch, fast harmlos. Die Schärfe kommt erst richtig raus, wenn du sie reibst, schneidest oder kaust.
Dann passiert in der Wurzel etwas ziemlich Spannendes: Die Pflanzenzellen werden verletzt. Stoffe, die vorher getrennt voneinander in der Wurzel sitzen, treffen plötzlich aufeinander. Daraus entstehen Senföle. Und die steigen dann ziemlich direkt in die Nase.
Darum brennt Meerrettich auch anders als Chili.
Chili bleibt eher warm und länger auf der Zunge. Meerrettich ist schneller, flüchtiger, nasiger. Einmal tief einatmen über frisch geriebenem Meerrettich und du weißt, was ich meine.
Fürs Kochen heißt das ganz praktisch:
-
Frisch gerieben ist er am schärfsten.
Also erst am Ende über Pasta, Eier, Kartoffeln, Fisch oder Gegrilltes reiben.
-
Hitze macht ihn milder.
Wenn Meerrettich mitkocht, verliert er einen Teil dieser stechenden Frische. Dann wird er runder, aber eben auch deutlich zahmer.
-
Lieber nach und nach dosieren.
Erst wenig reiben, probieren, dann entscheiden. Frischer Meerrettich kann aus einer harmlosen Pasta ziemlich schnell eine kleine Nasendusche machen.
Deshalb kamen bei meiner Strandpasta die Blätter mit in die Pfanne. Die Wurzel aber erst ganz am Schluss über die heißen Spaghetti.
So bleibt diese wilde, frische Schärfe da, ohne alles plattzumachen.
