Pizza vegan & glutenfrei vs. Pizza „normal“

Pizza Margherita: die Challenge

Salzbrief #22 · 8. Juni 2025

Die Woche · Glutenfreier Pizzateig · Das Ergebnis


Kann man eine gute glutenfreie Pizza selber machen?

Das hab ich jetzt endlich mal wissen wollen: Kann man eigentlich eine gute glutenfreie Pizza komplett selber machen?

Wie du ja weißt, ich mag keine Zusatzstoffe. Ob Freunde oder Familie, immer wieder besteht die Notwendigkeit, glutenfrei zu kochen bzw. zu backen.

Kaufe ich Fertigpizza oder fertige glutenfreie Spaghetti, sind da doch oft reichlich mir unbekannte Zusatzstoffe drin. Bei Spaghetti habe ich bislang meist auch noch das Problem, dass mir in der Pasta der „Kleister“ Gluten fehlt und ich selten meine Spaghetti richtig schön aufdrehen kann. Kennst du das Problem?

Also habe ich geforscht und rumprobiert. Was kann die Eigenschaften des typischen Pizzamehls ersetzen? Wie kann man Bindung ohne Gluten hinbekommen? Und schmeckt das dann denn auch noch?

Also haben wir bei uns eine Challenge gemacht. Mein jüngerer Sohn ist der König der Pizza. Wie schnell und perfekt der einen Pizzateig zaubert und ihm mit seiner „Magie“ (Insider ;-)) den perfekten Dreh verpasst, ist beeindruckend. Ich bin angetreten mit meinem Internet- und ChatGPT-Wissen. Jeder hat „seinen“ Teig gemacht. Das Ergebnis und unser gemeinsames Urteil findest du weiter unten.

Und wie du eine glutenfreie, vegane Pizza Margherita machst, das habe ich dir auch beschrieben.


So machst du glutenfreien Pizzateig

Glutenfreier Pizzateig

Weizenmehl Tipo 00 ist perfekt für Pizza und Pasta. Es ist besonders fein gemahlen. Weizen hat den Vorteil, mit Gluten einen perfekten „Kleister“ dabei zu haben.

Gluten wirkt wie ein natürliches „Klebemittel“. Es verbindet die Mehlbestandteile zu einem elastischen Teig und gibt ihm Struktur. Es sorgt dafür, dass der Teig beim Kneten dehnbar ist, ohne zu reißen. Beim Gären (durch Hefe) entstehen Gase. Das Gluten-Netzwerk hält diese Gase im Teig fest, sodass er aufgehen kann. Gluten sorgt zudem für ein gutes Volumen beim Backen und eine lockere Konsistenz.

Also habe ich mir Gedanken gemacht, wie man einen glutenfreien Pizzateig herstellt. Wie können wir die positiven Eigenschaften durch andere natürliche Zugaben erzeugen? So bin ich auf Flohsamen gekommen. Gemahlene Flohsamenschalen sorgen für die Bindung im Teig. Statt Weizenmehl habe ich Buchweizenmehl eingesetzt. Die im Buchweizenmehl fehlende natürliche Stärke aus Weizen habe ich durch Kartoffelmehl, also Kartoffelstärke gewonnen. Die „Aufgeh-Eigenschaft“ des Glutens ersetzen wir durch die doppelte Menge an Hefe. Und so habe ich dann also den glutenfreien Buchweizen-Pizzateig gemacht.

Zutaten für 2 Pizzen:

  • 250 g Buchweizenmehl
  • 100 g Kartoffelmehl (Kartoffelstärke)
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 2 TL Flohsamenschalen
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 ml lauwarmes Wasser

Und so geht's:

  1. Die Hefe im Wasser auflösen. Alle anderen Zutaten und die Hälfte des Olivenöls, also 1 EL, in einer großen Schüssel mischen.
  2. Die aufgelöste Hefe zum Mehl geben und mit einem Knethaken-Rührgerät 10 Minuten kneten. Der Teig wird nicht wie ein typischer Hefeteig aussehen. Stelle ihn nun einfach zugedeckt für gut eine Stunde an einen warmen Ort. Der Teig soll sich in dieser Zeit verdoppeln.
  3. Mit den Händen machst du jetzt den Rest. Nimm den Teig aus der Schüssel und streichel ihn zu einer Kugel. Benetze dazu deine Hände mit dem Rest-Olivenöl.
  4. Jetzt halbierst du den Teig, stellst die beiden Hälften nochmals abgedeckt für eine halbe Stunde beiseite. In dieser Zeit kannst du alles für den Pizzabelag vorbereiten: Tomatensoße, Gemüse schneiden oder Ähnliches.
  5. Jetzt geht's an das Ausrollen bzw. runde Pizzaböden formen. Gib den Teig auf ein leicht bemehltes Backpapier. Du fängst zunächst mit 4 Fingern an, den Teig in der Mitte platt zu drücken. Dann nutzt du deine Handballen und formst schön dünne kreisrunde Pizzen. Dabei immer nur knapp vor den Rand arbeiten, so behältst du einen schönen dicken Rand. Den wiederum haben wir vor dem Backen extra mit Olivenöl eingepinselt.

Ein Pizzarezept findest du natürlich auch in unserer Rezeptethek.

Zum Rezept →


Okay, was schmeckt denn nun besser?

Glutenfreie und klassische Pizza im Vergleich

Zunächst einmal zur Klarstellung: Ich habe mich bei meinem ersten Versuch eines Buchweizen-Pizzateigs dazu verleiten lassen, immer mehr Mehl dazuzugeben. Klassischer Anfängerfehler, sagt mein Sohn. Also tu das nicht. Mein Teig ist zu trocken geworden, weswegen er nicht ganz so schön aufgegangen und nicht so schön fluffig wie der „normale“ Teig meines Sohnes geworden ist.

Wir waren uns alle einig, dass die glutenfreie Pizza mindestens genauso lecker war wie die typische. Aber: Sie schmeckt definitiv anders. Es ist ein anderes Pizza-Erlebnis und wenn man sich darauf einlässt, ist es ein toller Geschmack.

Ich persönlich muss jedoch zugeben, dass mir die typische „normale“ Pizza insgesamt besser gefällt.

Übrigens: Das Bild oben links von der glutenfreien Pizza ist ein wenig unfair. Rechts die perfekte Pizza meines Sohnes, dem Pizza-König, und links mein allererster, bzw. mein zweiter Versuch. Und das Licht wurde leider immer schlechter … Also, nicht täuschen lassen!


Sonnenuntergang vor Lindaunis auf der Schlei
Sonnenuntergang vor Anker vor Lindaunis auf der Schlei, 1. Juni 2025

Dieser Salzbrief ist am 2025 per Mail rausgegangen. Seitdem kann sich manches geändert haben: Einige Mischungen von damals gibt es nicht mehr, Preise und Angebote galten nur zum Versandtag. Wo etwas heute nicht mehr stimmen würde, hab ich es angepasst. Was es aktuell gibt, findest du im Shop, die alten Mischungen im Archiv.